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Man(n) lässt mich nicht!

Ein als "Dankeschön an Alle" verfasstes Gedicht!
von Viktoria Hammon

Ich meins doch gut, strebe nach oben,
bewerbe mich um hohe Posten,
will mich einbringen … und mein Bestes geben,
doch Mann lässt mich nicht!

Die Schulbildung ist bestens,
habe erste Referenzen,
war immer tüchtig und strebsam,
will endlich was werden,
doch Mann lässt mich nicht!

Muss wohl noch besser sein,
durch noch höhere Leistung
mir Anerkennung erkämpfen und
endlich meinen Platz erobern,
doch Mann lässt mich nicht!

Halte Mehrfachbelastung aus,
bin gut auf allen Feldern –
als Mutter, Ehefrau, Geliebte und Tochter,
fehlt nur noch der Beruf,
doch man lässt mich nicht!

Was fehlt denn jetzt noch, was hab’ ich übersehen?
Bin schon völlig außer Atem, renne pausenlos weiter
- beinahe ziellos schon -
denn Mann soll mich schließlich lassen!

Jetzt lasse ich mich, verliere den Faden,
klappe zusammen, taumle, schwebe:
„So kann nichts draus werden beginne zu schreien:
Männer, so lasst mich doch endlich!“

Die Werte versagen, ich wache auf,
der Widerstand schmilzt, alte Haut will platzen,
jetzt will ich’s wissen, trete hervor, ohne zu bitten,
höre die Stimme, meine eigene stumme Stimme
die ruft und verlangt: „Frau so nimm’s dir - endlich!
Die Welt gehört doch allen!“

VIKTORIA HAMMON

Aus Viktoria Hammon, F … wie weiblich, VHammonVerlag