Das glückliche Alpha

Machen Unternehmen mit glücklichen Mitarbeitern auch Investoren glücklich? Das behauptet eine Studie der Russell Investment Group über die Liste der “Fortune 100 Best Companies to Work For“.

Demnach sind Unternehmen mit glücklichen Mitarbeitern auch die besseren Investments. Im Vergleich zum Gesamtmarkt haben die Fortune 100 Best Places to Work im Jahr 2014 um 3,5% besser performt. Im Finanzjargon nennt man das Alpha. Seit 1998 haben die 100 Firmen der besten Arbeitgeber den S&P Index sogar im Verhältnis 2:1 outperformt.

Angeführt wird die aktuelle Liste der besten US-amerikanischen Unternehmen von Google, Boston Consulting Group und Acuity. Ausgewählt wurden die Unternehmen anhand von tausenden Mitarbeiterkommentaren und Umfragen unter anderem zur Zufriedenheit und dem Arbeitsklima. Es geht den Arbeitnehmern dabei überraschenderweise gar nicht mal um Geld oder kostenlose Schokoriegel und Obstkörbe. Am glücklichsten sind die Mitarbeiter demnach in jenen Unternehmen, in denen die Unternehmenskultur ein positives und freundliches Miteinander fördert. Am zufriedensten sind die Menschen bei Arbeitgebern, wo sich Kollegen als Freunde statt Konkurrenten begegnen, was auch viel dem Führungsstil zu verdanken ist. Die Studien haben also gezeigt, dass es um die Beziehungsebene geht, nicht nur das Finanzielle. Die Motivation, Bestleistungen zu erbringen, kommt demnach vor allem durch gegenseitigen Respekt und eine positive Stimmung und Zusammenarbeit mit anderen, motivierten, freundlichen Kollegen.

Viele glückliche Mitarbeiter wirken sich offensichtlich auch positiv auf Bereiche wie Innovation, Kundenzufriedenheit, einen hochwertigen Bewerberpool, weniger Fluktuation und bessere Produktivität aus. Wenn man sich den finanziellen Erfolg ansieht, sind Unternehmen, die ihre Mitarbeiter ausbeuten und schlecht behandeln, offensichtlich nicht nur menschlich auf dem Holzweg.

Für Investoren sind die Ergebnisse eine interessante Anregung, und für Unternehmen ein Ansporn, im Management und der Unternehmenskultur mehr auf Sozialkompetenz zu setzen. Die Zahlen sprechen dafür!

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