Gold ist einer der schlechtesten Performer der letzten Jahre

Gold hat über die vergangenen Jahre stetig an Wert verloren. Der Preis ist allein in den letzten fünf Jahren um 20% gefallen, und im 3-Jahres Vergleich sieht der Verlust mit 37% sogar noch dramatischer aus. Das hat mittlerweile wohl auch die Sparkasse erkannt, bei der ich ein Konto besitze, und hat aufgehört, mich und andere Kunden mit Werbungen für Goldsparpläne zu bombarbardieren.

Die Boom-Jahre für Gold als sichere Anlage waren zwischen 2010 bis Anfang 2013. Zwischen dem Jahr 2009 und 2012 stieg der Kurs von Gold dramatisch und mit nur wenigen Unterbrechungen. Auch in den Jahren davor hatte Gold – mit Ausnahme des Jahres 2008 – immer eine passable Performance gezeigt. Der Preis schien keine Grenze nach oben zu kennen. Vor allem in 2011 und 2012 waren Goldmünzen in vielen Filialen ausverkauft, und auch Goldbarren waren nicht immer in allen Unzen lieferbar. Trotzdem zahlten Käufer in dieser Zeit zwischen 1.600 und 1.800 Dollar pro Unze. Heute liegen wir knapp über der Marke von 1.000 Dollar, Tendenz fallend.

Das spüren auch die zahlreichen Gold-ETFs. Das Anlagevolumen in Exchange Traded Funds, die in Gold, Goldminen oder Goldfutures investieren ist seit Beginn des Gold-ETF Hypes in 2009 dramatisch gesunken. Einerseits ist das natürlich auf den enormen Wertverlust zurückzuführen, den die Investments in Gold über die Jahre erleiden mussten. Frustrierte Investoren haben aber auch viel Kapital aus den Fonds abgezogen.

Der nun seit langem fallende Goldpreis hat aber auch eine ganz neue Linie unter den ETFs und ETNs auf den Plan gerufen. Unter den exotischen Exchange Traded Funds und Exchange Traded Notes finden sich mittlerweile immer mehr Gold Short Strategien, die teilweise sogar gehebelt (etwa „DB Gold Double Short ETN“, „VelocityShares 3x Inverse Gold ETN“, „UltraShort Gold“, „EB Gold Short ETN“) von den fallenden Preisen profitieren. Das sind übrigens die einzigen Gold-ETFs und ETNs, die aktuell eine gute Wertentwicklung aufzeigen. Die normalen Fonds und Notes, die in Gold investieren, haben meist ein dickes Minus vor ihrer Performance stehen.

Gold hat die Menschen allerdings schon immer fasziniert und wird es wohl weiterhin tun. Als Investment mag das hübsche Edelmetall derzeit zumindest Long-Only und physische Investoren enttäuschen. Dass die permanente und in den vergangenen Jahren oft sehr aufdringliche Werbung für physische Goldinvestments, die an Kleinanleger gerichtet war, nun abzunehmen scheint, ist immerhin ein Indiz dafür, dass die Banken und Sparkassen nun auch endlich eingesehen haben, dass sich mit der aktuellen Wertentwicklung nicht mehr jeder in ein Goldinvestment locken lässt. Wie die Zukunft aussieht, das weiß niemand, aber im Moment scheint die Luft aus Gold erstmal raus zu sein.

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