Goldfonds durchleuchtet

Gold, Gold, Gold, es glänzt nicht immer

Immer wieder sehe ich Werbungen für offene und geschlossene Fonds und sogenannte Vermögensverwaltungsverträge in Gold und andere Edelmetalle. Eine sichere und werthaltige Anlage wird versprochen, ein Investment in richtige Goldbarren steckt angeblich dahinter, sicher aufbewahrt und sogar versichert. Angeboten werden diese Investments meist von Anlageberatern, die nach §34f GewO „beraten“. §34f gilt für jene „Anlageberater“, die offene und geschlossene Fondsanteile meist an Privatleute verkaufen. Etwas über die laufenden Kosten, Kosten bei Abschluss, die Frage ob und zu welchen Konditionen man je wieder an sein Geld kommt, und auch darüber, wie viel Provision der Verkäufer verdient, wenn ich das Produkt kaufe, diese Informationen sucht man in der Regel vergebens. Manchmal ist es den bunten Verkaufsbroschüren und Internetseiten auch kaum zu entnehmen, ob ich nun tatsächlich Gold als Sondervermögen erwerbe, oder vielleicht nur Derivate oder eine Anleihe, die an den Goldpreis gekoppelt ist. Diese Informationen werden häufig erst beim Vertragsabschluss im Schnelldurchgang kurz erwähnt, als Informationsflut, die kein normaler Kunde verarbeiten kann, bevor ich als Käufer mit meiner Unterschrift unter den „Beratungsvertrag“ bestätige, dass ich über alles vollständig und umfassend informiert wurde und alle Risiken und Kosten kenne.

Nun gibt es Unternehmen, die offene und geschlossene Fondsanteile anbieten, zuhauf. Meist handelt es sich um geschlossene Beteiligungen, die von „Beratern“ angeboten werden, die damit selbst viel Geld verdienen.

Gerade in geschlossenen Fonds sind die Kosten oft unverhältnismäßig, das Risiko ist hoch, die Performance bescheiden (da eine lange Kette an Verkäufern und Fondsmanagern mitverdienen möchte) und an sein Geld kommt man sehr häufig auch kaum noch, wenn man aussteigen will. Zumindest nicht zu vernünftigen Kursen. Zugegeben, jedes einzelne Produkt ist anders, aber das macht es dem Investor nicht einfacher.

Eine Alternative für jeden, der unbedingt in Gold investieren will, sind entweder Münzen und Barren oder ETFs (Exchange Traded Funds). Wozu benötige ich einen teuren Fondsmanager, der auch nichts anderes tut, als angeblich Goldbarren und Münzen für mich zu kaufen, die er dann gegen teures Geld verwaltet und verwahrt? Wer garantiert mir zudem, dass das Gold auch tatsächlich physisch gekauft wird, und ich auf keinen Schwindel hereinfalle? Dazu noch die fehlende Transparenz der verdeckten Spesen sowie ein „Anlageberater“, der für meine Anlage noch eine dicke Provision kassiert.

Bei Münzen und Barren, die sich jeder zu transparenten Preisen bei jeder Bank kaufen kann, sowie bei ETFs sind die laufenden Kosten geringer und man kann die Münzen, Barren und ETF Anteile auch wieder jederzeit verkaufen (ob mit Gewinn oder Verlust, das hängt vom Markt ab). Bei Gold und Silber, das zu Hause aufbewahrt wird, sollte man sich klarerweise über die Risiken von Diebstahl oder Brand im Klaren sein. Alternativ mietet man sich für größere Mengen ein Schließfach, was allemal günstiger sein sollte, als die laufenden Kosten für Goldfonds.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass Gold mitnichten ein risikoloses Investment mit dauerhaftem Wert darstellt. Der Goldpreis bewegt sich stark, und ob Sie mit Ihren Goldmünzen oder Barren Gewinne oder Verluste machen, hängt von vielen Faktoren ab. Zudem sind die Spannen zwischen Kauf und Verkauf oft sehr hoch.

Als Rat kann ich allen wieder nur geben, wie immer sehr misstrauisch und vorsichtig zu sein und nicht das zu glauben, was ein Verkäufer erzählt, auch wenn er sich „Berater“ nennt, denn er kassiert eine satte Provision sobald Sie den Vertrag abschließen. Und wie immer sollte jeder das Kleingedruckte vorab genau lesen. Bestehen Sie vorab auf die Zusendung des Verkaufsprospekts (nicht nur die Werbebroschüre, sondern die Vertragstexte) und lesen Sie alles genau durch! Hinterfragen Sie die Kosten, und informieren Sie sich unabhängig über Alternativen, die vielleicht günstiger und liquider sind.

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